Willkommen im Blog der Tube-Maniacs

In diesem Blog wollen wir unsere Selbstbauprojekte, aber auch Informationen über Bauelemente, Röhren und hörenswerte Schallplatten vorstellen. Wir hoffen auf Feedback und eine lebhafte Diskussion.

Freitag, 27. Mai 2011

Der Tonabnehmer Denon DL-103

Hallo zusammen,

heute möchte Ich die Lanze für einen Tonabnehmer brechen, der in der deutschen Hifi Presse in eine Ecke gestellt wird, die er nicht verdient. Das DL103 wurde 1962 basierend auf einer Forschungsarbeit von Takeo Shiga einem Mitarbeiter der Nippon Columbia entwickelt. Shiga untersuchte den Zusammenhang zwischen Ausführung und Masse des Generatorsystems und einer Rundnadel, in Abhängigkeit des Elastizitätsmoduls des Vinyls bei Raumtemperatur mit dem Ziel die Abtastverzerrungen zu kompensieren.
1966 wurde die Arbeit Shigas durch John Walton, einem Mitarbeiter der Decca Tonabnehmer- Entwicklungsabteilung bestätigt. Dieser untersuchte die Auswirkungen verschiedener Nadelschliffe auf das Verzerrungsspektrum und die Abnutzung der Schallplatten.



Beide Untersuchungen zeigten, das eine sphärische Abtastnadel entgegen dem Geschwafel der Hifi Presse und dem Groh der Händler zu verminderten Verzerrungen und Plattenabnutzung führt.

Das ein Abtastdiamant mit einer schmalen Nadelform schonender zu den wertvollen Schallplatten ist, demzufolge gelogen. Deshalb sind Dildos rund und nicht scharfkantig, sie sollen die Frau befriedigen und nicht verletzen oder gar töten.

Nur läßt sich mit einem DL103 nicht viel "Staat" machen, sprich Marge generieren.

Das Problem wurde auch von der Schallplattenindustrie aufgegriffen und mit Vorkompensationsverfahren umgesetzt. Diese Verfahren wurden unter Dynagroove oder Royalsound vermarktet. Dabei wird das durch die Abtastung entstehende Verzerrungsspektrum dem Signal phasenverkehrt hinzugemischt. Dies bewirkt eine Auslöschung der Verzerrung.Allerdings funktioniert das mathematische Modell auf dem diese Berechnungen basieren nur mit einer Rundnadel. Und deshalb wird in einschlägigen Zeitschriften geschrieben, das man von diesem Platten die  Finger lassen soll weil sie schlecht klingen. Das Gegenteil ist der Fall, hört euch das ganze mit einem TA mit Rundnadel an und laßt euch vom Gegenteil überzeugen. Ich habe eine Menge Dynagrooves und Royalsound im Regal stehen, die hervorragend klingen.


Die mangelnde Hochtonauflösung die dem System attestiert werden, kommt daher ebenfalls aus dem Land der Märchen und Sagen. Die Resonanzspitzen die das Groß der meisten MC Tonabnehmer produziert als Hochtonauflösung zu umschreiben zeugt von Unkenntnis  der Materie.Sie schnattern zirpen und klingeln das es eine wahre Freude ist.

Diese Charakteristik wird als Kompensationseffekt  benötigt um den bei den Schreiberlingen obligatorischen 500 Watt Monsterendstufen mit gigantischen 10dB Dynamikumfang Leben einzuhauchen.
Die beste Methode herauszufinden, zu welcher Gattung der Tonabnehmer gehört ist eine lockere Montage des TA oder eine Montage mit schmalen Distanz-streifen zwischen TA und Headshell.

Entsprechende Tonabnehmer benötigen eine extrem starre Ankopplung an die Headshell und hochdämpfende "tot" klingende Tonarmrohre. Zum Schluss wird das ganze noch in einem Silkonbad ertränkt.

Die einzige Modifikation die man einem DL-103 angedeihen lassen kann und Sinn macht ist ein Gehäuse aus Ebenholz. Dies verstärkt die positiven Eigenschaften des Systems. Ich verwende eins von Heiko Wingender, weil diese extrem präzise gefertigt sind. Viele Hersteller runden die Vorderkante des Gehäuses ab und zu allem Übel sind die Seiten auch nicht parallel.

Was man nie machen sollte ist sein System bei van den Hul oder anderen Herstellern mit Bornadelträger und Raspeldiamanten zu bestücken. Das System ist dann zum Musikhören nicht mehr zu gebrauchen.

Überhaupt finde Ich die heutige Praxis, auf einen Tonabnehmer einen anderen Nadelträger oder Diamanten aufzukleben, sinnlos. Ein Tonabnehmer ist kein Opel Manta und auch kein Golf GTI ! Die Masseverhältnisse die der Hersteller hoffentlich empirisch ermittelt hat, werden durch diese Maßnahmen über den Haufen geschmissen. Ein Bornadelträger ist schwerer als ein Aluminiumröhrchen. Das Microraspelteil ist leichter als die Originalnadel.

Ich habe das ganze vor Jahren leidvoll  mit einem Ortofon Rohmann erleben müssen. Nach der Modifikation des holländischen Nadelpapstes habe ich den Tonabnehmer nicht wieder erkannt.Die Musikalität des TA Systems war nicht mehr vorhanden und die Verzerrungen stiegen sprunghaft an. Doch lese Ich immer wieder in einschlägigen Foren die immense Klangverbesserung durch dies Maßnahmen.Ich rate dazu die Abhörkette  oder die Ohren untersuche zu lassen!
Ich stelle weiterhin fest, das sich niemand seine Meinung selbst bildet sondern nur noch nachgeplappert wird  was die selbsternannten "Gurus" in den Gazetten von Stapel lassen.


Diese betreiben das DL103 selbstredend mit Equipment die einem System für 150 Euro angemessen sind. Rega RB300 und eine Phonostage der Einsteigerklasse selbstredend mit aufwändigster Spannungsversorgung mit Ringkern und 08-15 Festspannungsregler.


Die gleichen Schreiberlinge kritisieren dann auch das harmonische Verzerrungsspektrum bei SET Röhrenverstärker. Dabei ist deren Verzerrungsspektrum um Welten niedriger als bei besagten Nadelschliffen,
Das ist Blasphemie, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Solange es "Jünger" gibt die die maßlos überteuerten Teile der "Gurus" kaufen ja solange wird sich auch nichts ändern. Wenn man überlegt zu welchen Preisen japanische Abtaster vom Schlage Koetsu und Shelter in Tokjo oder Honkong angeboten werden, dann braucht sich niemand wundern das hierzulande nichts mehr gekauft wird. Ich spreche von Preisunterschieden von bis zu 250%. Womit diese Preisunterschiede gerechtfertigt sind möchte Ich gerne wissen.Ich denke Lohnkosten und Mieten sind in Hongkong und Japan eher auf höherem Niveau.  


Hört euch das System in einem adäquaten Tonarm auf einem Top- Laufwerk an und ihr wisst was Ich meine.
Die japanischen Freaks betreiben die Tonabnehmer auf einem Garrard Laufwerk mit Ortofon 12 Zoll Armen und aufwändigen (Röhren) Entzerrern. Nur in einer solchen Umgebung kommt man in den vollen Genuss die dieses System zu bieten hat. Ein Freund betreibt das System in einem Wheaton Tri-Planar und es spielt wundervoll.
Ich selber betreibe es auf einem Clearham Tonarm (Graham mit Clearaudio Tonarmrohr)
Ich habe festgestellt das diese Systeme aufgrund der hohen Eigenimpedanz eher mit aktiven PrePres als mit Übertragern harmoniert.

Macht euch frei von dem Korsett das uns die Hifi Presse anlegen will und hört euch das System unvoreingenommen an. Das Resultat ist tiefe Zufriedenheit!

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