Willkommen im Blog der Tube-Maniacs

In diesem Blog wollen wir unsere Selbstbauprojekte, aber auch Informationen über Bauelemente, Röhren und hörenswerte Schallplatten vorstellen. Wir hoffen auf Feedback und eine lebhafte Diskussion.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Der Phono Pre-Pre

Hallo zusammen,

Heute möchte Ich euch ein Gerät vorstellen zu dem es nach meiner Meinung keine Alternativen gibt. Der Pre-Pre ist vor 3 Jahren aus einer Laune heraus entstanden. In unserer Phonostage setzten wir zur damaligen Zeit einen TX.103 von Stevens& Billington mit großer Zufriedenheit ein. Mein Freund Steve setzte einen Kondo S7 Übertager vor seiner Jadis JP80 ein, der sich bei Vergleichen gegen den Billington immer als die bessere Wahl herausstellte. Heinz überlegte sich einen zweiten Übertrager anzuschaffen um das lästige Umstecken der beiden Tonarmkabel zu vermeiden.Da höchstwertige Übertrager sehr teuer sind beschlossen wir einen Prototypen eines aktiven PrePre aufzubauen. Nach eingehenden Recherchen entschied ich mich für die Jean Hiraga Variante mit symmetrischer 6V Spannungsversorgung. Die Bauteile wurden auf eine Lochrasterplatine gelötet die Spannungsversorgung generierte Ich aus einer Reihenschaltung von 8Stück 1,5V Zink Kohle Batterien.Dies ergibt mit einer Mittelanzapfung die benötigten +/- 6V. Hiraga verwendete im Original eine gigantische Siebkapazität von mehreren Farad. Ich habe an dieser Stelle vorerst mit 2x 47.000uF vorlieb genommen.

Hier ein Schaltbild der Verstärkerstufe:


Da Ich die orignalen Transistoren vom Typ 2SB737R nicht beschaffen konnte entschied Ich mich vorerst den Ersatztyp BC560 einzusetzen.Die Transistoren werden an den Stirnflächen verbunden und mit Schrumpfschlauch fixiert um eine gute thermische Kopplung zu erreichen.  Da der Eingang des PrePre gleichspannungsgekoppelt ist muß der Eingang mittels Poti auf 0V DC abgestimmt werden.
Dies sollte erst nach einer gewissen Warmlaufphase geschehen da sich durch die Erwärmung die Arbeitspunkte verschieben. Dieses Vorgehen ist unbedingt notwendig da gerade bei niederohmigen Systemen ein erheblicher Strom durch die Spulen fließen kann. Dieser wird die Spulen nicht zerstören, aber durch die entstehenden magnetischen Kräfte im inneren des Tonabnehmers wird der Nadelträger in der Aufhängung verdreht und ein sauberer Abtastvorgang des Systems verhindert. Also immer genau auf Null Volt abgleichen.

Die ersten Spielversuche des Prepre waren allerdings extrem ernüchternd. Es klang im Vergleich zu den Übertragern zwar wesentlich offener und dynamischer, jedoch auch kratzbürstig und schrill im Hochton.
Vielleicht war der BC560 doch nicht so gut geeignet wie auf einigen Webseiten beschrieben.
Nachdem Ich mir über Ebay Originale 2SB737R zu einem gesalzenen Preis besorgt habe, habe Ich diese dann hoffnungsvoll eingebaut und wurde wiederum bitter entäuscht. Zwar klang es etwas besser als mit den BC560 mit dem Nachteilen einer erheblichen Instabilität der Schaltung. Der Offsetabgleich mußte alle 15 Minuten durchgeführt werden, frustriert wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt.

Nach einer Recherche im Netz habe Ich mir an ganzes Arsenal aus PNP low Noise Transistoren zugelegt bei denen sich der 2SA1038 von Rohm als Volltreffer herausstellte.

Zuerst wurde ein Prototyp für Heinz in einem Gehäuse aufgebaut. Die Platinen haben wir uns von dem Bekannten eines Stammtischbruders ätzen lassen.

Hier ein Bild des Prototypen;



Da wir für den BC560 entflochten hatten und der 2SA1038 eine andere Pinbelegung hat entschieden wir uns die Platine durch eine "Freiverdrahtung" zu ersetzen. Klanglich ist dies sowieso immer der bessere Weg. In eine Grundplatte aus Fichtenholz wurden Bohrungen eingebrach in die die Transistorkörper gesteckt werden.Die Koppelkondensatoren und Pufferelkos wurden mit Kunstoffbügeln befestigt. Die ganze Verdrahtung wurde mit Silberdrähten ausgeführt. Als zusätzliches Feature wurden die Basen der Transistoren an denen die Betriebspannung ankommt mit 2x Black Gate NX 220uF 6.3V gegen Masse entkoppelt. Diese Maßnahme und der durchdachte Aufbau des Gerätes hatte zur Folge das alle MC Übertrager in Ebay verkauft wurden.Selbst der Kondo war chancenlos gegen die Offenheit, Geschmeidigkeit und Transparenz die dieses Gerät bietet. Der Vergleich von den weggezogenen Vorhängen trifft hier uneingeschränkt zu.
Ich kann mir keine bessere Phonoaufbereitung vorstellen, Vorsicht ist nur bei extrem niederohmigen Systemen angeraten, da hier ein Offset im Millivoltbereich bereits einen beträchtlichen Stromfluß im Systemgenerator zur Folge hat.Als Batterien setzen wir unsere geliebten Optima Redtops ein, die jeden Cent ihres beträchtlichen Preises wert sind.

Hier noch ein paar Bilder vom endgültigen Aufbau das wir für einen Freund in Kassel gebaut haben:



Kommentare:

  1. "chapeau bas" for your assembling pré-Hiraga .... in nice basic form,
    Enjoy music,
    Allez, salukes,
    Karel

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  2. Hallo: wäre es möglich, den entgültigen Bauplan dieses hochinteressanten Pre-s hier ins Netz zu setzen. Das Gerät lösst ja gewiss die Probleme von vielen Schallplatten-Fans. Tolle Arbeit !

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  3. Hi,

    baust du den Prepre eigentlich auch für andere? Falls ja, ich benötige einen prepre für 1k eingangswiderstand.

    gruß

    josef

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  4. Hallo,
    gibt es eventuell eine Ätzvorlage von Eurer Platine?
    Gruß,
    Heinz

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  5. Hallo ,
    ich betreibe den Pre-Pre seit 1989 . Läuft im Dauerbetrieb mit Akkus .
    Alle 8 - 10 Jahre müssen die Akkus erneuert werden - bei guter Pflege !
    Ist bisher noch nicht gedriftet . 2SB737R !
    Übertrager können ruhig in Ebay versteigert werden.

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